Beitrag teilen share

Wiege der Berliner Baukunst

In Rüdersdorf wird seit Jahrhunderten Kalk abgebaut. Viele bekannte Berliner Bauwerke entstanden aus dem Gestein des Tagebaus, der bis heute Rohstoffe für das Zementwerk von Cemex liefert. Der Museumspark Rüdersdorf gibt einen spannenden Einblick in die Geschichte des Ortes.

Tags

  • Baustoffe
  • Nachhaltigkeit
  • Beton
  • Als einen „Abdruck des aufstrebenden Berlins“ bezeichnet Stephen Ruebsam, Leiter des Museumsparks Rüdersdorf, das vier mal ein Kilometer weite und mehr als hundert Meter tiefe Loch in der Erde. Der Tagebau bei Berlin liefert schon seit Jahrhunderten hochwertigen Kalkstein für die Bauprojekte in der Hauptstadt. Das Fundament des Brandenburger Tors, das Jagdschloss Grunewald oder das Olympiastadion bestehen aus Rüdersdorfer Kalkstein. In Potsdam ließ Friedrich II. die Weinterrassen des Schlosses Sanssouci aus dem Material erbauen.

    Von der Terrasse aus bietet sich ein beeindruckender Blick. Foto: © Florian Läufer
    Von der Terrasse aus bietet sich ein beeindruckender Blick. Foto: © Florian Läufer
    Der Rüdersdorfer Tagebau hat eine lange Geschichte. Foto: © Florian Läufer
    Der Rüdersdorfer Tagebau hat eine lange Geschichte. Foto: © Florian Läufer
    Die Kalksteinablagerungen sind Überreste eines Meeres. Es handelt sich um Versteinerungen von Muscheln und Knochen. Foto: © Florian Läufer

    Museumspark Rüdersdorf

    Seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert lebt Rüdersdorf vom Kalksteinabbau. Heute können Sie im Museumspark Geschichte hautnah erleben.

    Dabei war der Fund des Kalksteins Zufall, erklärt Historikerin Dr. Kathrin Jurkat: „Zisterzienser-Mönchen gehörte das Gebiet vor mehr als 750 Jahren. Sie verpachteten es an lokale Bauern, die den steinigen Boden nur schwer bestellen konnten. Schließlich erkannten sie den Wert des darunter lagernden Kalksteins als Baumaterial und begannen, ihn zu fördern.“

    Bei dem Kalkstein handelt es sich um die Überreste eines Meeres, das vor 250 Millionen Jahren den Boden bedeckte. Knochen und Muscheln lagerten sich in Form einer weißen Schicht ab. Bis heute können Besucher und Besucherinnen Fossilien in einem zugänglichen Bereich des Tagebaus entdecken. „Für Kindergruppen verstecken wir auch mal zusätzlich die ein oder andere Versteinerung“, verrät Stephen Ruebsam.

    Einen Eindruck von den Dimensionen des Kalksteinabbaus gewinnt man von einer Terrasse aus. Wo sich einst ein etwa zehn Meter hoher Hügel erhob, klafft ein gigantisches Loch. Zweimal am Tag sind leichte Vibrationen zu spüren, wenn Sprengungen das Gestein lockern. Bagger, Radlader und Lastwagen sehen in der weitläufigen Grube aus wie Spielzeugautos. Am Horizont sind die Türme des Cemex-Werks Rüdersdorf zu erkennen.

    Eine Ausstellung zeigt anschaulich die Entstehung der Kalksteinschicht. Foto: © Florian Läufer

    In früheren Zeiten fand die Verarbeitung des Gesteins auf dem Gelände des heutigen Museumsparks statt. Die nach ihrem Erfinder benannten Rumford-Öfen zeugen von einem für die damalige Zeit revolutionären Verfahren: Ein seitliches Feuer erhitzte das Gestein bei bis zu 900 Grad, ohne dass der Branntkalk verunreinigt wurde. Auch Stahlwerke funktionierten später nach diesem Prinzip. Man kann also sagen, dass die Trennung von Brennstoff und Rohstoff in Rüdersdorf den Grundstein für die europäische Industrialisierung legte.

    Die Erfindung des Rumford-Ofens erleichterte die Verarbeitung des Kalksteins.  Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Die Erfindung des Rumford-Ofens erleichterte die Verarbeitung des Kalksteins. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Ein beeindruckender Anblick sind die Schornsteine der Schachtofenbatterie. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Ein beeindruckender Anblick sind die Schornsteine der Schachtofenbatterie. Foto: © Museumspark Rüdersdorf

    Beispielhafte Industriearchitektur

    Als die Rumford-Öfen nicht mehr ausreichten, um den wachsenden Bedarf an Branntkalk zu decken, entstand einige hundert Meter weiter die so genannte Schachtofenbatterie. Ihre 18 Schornsteine unterschiedlicher Höhe waren einst von dunklem Rauch umhüllt. Das Gebäude, aus dem die Öfen angefeuert wurden, wird die „Kathedrale des Kalks“ genannt. Es ist ein besonderes Vermächtnis deutscher Industriearchitektur.

    Auf dem Weg zum klimaneutralen Zement

    Die Basis nachhaltiger Bauprojekte ist ein umweltfreundlicher Zement. Cemex geht mit einer globalen Unternehmensstrategie, der Future in Action, voran und strebt die CO2-Neutralität seines Rüdersdorfer Werks bereits für 2030 an.

    2022 CO₂-neutral Vertua Rüdersdorf Vor Ort
    Weiterlesen arrow_forward_ios

    Dass Rüdersdorf nicht nur die Rohstoffe für wichtige Berliner Bauwerke lieferte, sondern dort auch selbst Architekturgeschichte geschrieben wurde, zeigt der an ein römisches Viadukt erinnernde Seilscheibenpfeiler. Von dort aus wurden über Schienen die mit Kalksteinen beladenen Waggons an Stahlseilen aus dem Tagebau gezogen und über einen aufgeschütteten Damm zu einem Hafen am Mühlenfließ und später zum Bahnhof Rüdersdorf geleitet. Schiffe und Züge brachten die Steine auf die Baustellen nach Berlin.

    Der historische Seilscheibenpfeiler erinnert an ein römisches Viadukt. Foto: © Museumspark Rüdersdorf

    Heute können Besucherinnen und Besucher die Baustoff-Geschichte im Museumspark Rüdersdorf nachvollziehen. Hier finden nicht nur historische Führungen statt, sondern auch regelmäßige Veranstaltungen. Von Familienfesten über Open-Air-Kino bis hin zu Märkten und Konzerten reicht das Angebot. Zugleich zeigt eine Ausstellung im ehemaligen Labor, wie Cemex Baustoffgeschichte weiterschreibt: mit hohen Umwelt- und Sicherheitsstandards hin zu einem bis 2030 CO2 -freien Betrieb des Werks in Rüdersdorf.

    Ein abwechslungsreiches Eventprogramm macht den Museumspark zu einem lebendigen Ort. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Abends werden die historischen Bauten in ein geheimnisvolles Licht getaucht. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Abends werden die historischen Bauten in ein geheimnisvolles Licht getaucht. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Als Kulturort ist der Museumspark eine Bereicherung für Rüdersdorf. Foto: © Museumspark Rüdersdorf
    Als Kulturort ist der Museumspark eine Bereicherung für Rüdersdorf. Foto: © Museumspark Rüdersdorf

    Das könnte Sie auch interessieren

    Brennstoff aus Biomasse

    Mit dem Joint Venture ALCE ebnen Cemex und das Recyclingunternehmen ALBA den Weg für die Produktion alternativer Brennstoffe für die Zementproduktion. In einer neuen Anlage auf dem Werksgelände in Rüdersdorf soll voraussichtlich ab 2027 Biomasse zu Kohlenstaub verarbeitet werden. Dieser wird dann als klimaneutraler Brennstoff in der Produktion dienen.

  • 2025
  • Carbon Neutral Alliance
  • Zement
  • +1
  • Bauten aus dem Drucker

    Als Shareholder des dänischen Unternehmens COBOD investiert CEMEX in den 3D-Druck mit Beton – eine Bauweise der Zukunft. Die Methode hält Antworten bereit auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel und den Fachkräftemangel.

  • 2022
  • Nachhaltigkeit
  • 3D-Druck
  • +1
  • Spur der Steine

    Seit 2022 ist Cemex an der Unternehmensgruppe ProStein beteiligt, die mehrere Steinbrüche in Sachsen betreibt. Als Geschäftsführer ist Uwe Engelhardt für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Im Interview erklärt er, wie der Abbau möglichst umweltschonend erfolgt und welche Verwendungsmöglichkeiten er für Nebenprodukte wie Brechsand sieht.

  • 2025
  • Baustoffe
  • Produkte
  • +1
  • Kleben und nichts riechen

    Kiesel Bauchemie leistet mit dem emissionsarmen Okatmos<sup>®</sup>-Verlegeprogramm einen wichtigen Beitrag zum Arbeits- und Umweltschutz. Doch die Kleber und Grundierungen können noch mehr: Sie verhindern einen mikrobiologischen Abbau, indem sie die Ansiedlung von Bakterien und Schimmel unterbinden, und tragen damit zur Lufthygiene bei.

  • 2025
  • Baustoffe
  • Produkte
  • +1
  • Betone mit rezyklierter Gesteinskörnung

    In immer mehr Transportbetonwerken von Cemex gehören Betone mit rezyklierter Gesteinskörnung zum Standard-Angebot. Auf diese Weise wird die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorangetrieben.

  • 2023
  • Kreislaufwirtschaft
  • Produkte
  • +1
  • Leise Ladung

    Mit zwei vollelektrischen Fahrmischern von Putzmeister senkt Cemex seine Emissionen im Transportbetonbereich. Doch die neuen Fahrzeuge sind mehr als sauber: Sie sind auch extrem geräuscharm – ein großer Vorteil für den Einsatz in Wohngebieten.

  • 2023
  • CO₂-neutral
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Neue Wege für klimaresistente Städte

    Der Ausbau des Radnetzes leistet einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende in Deutschland. Wasserdurchlässiger Drainagebeton ist für Radwege der perfekte Belag. Er trägt außerdem dazu bei, dass Städte besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.

  • 2022
  • Produkte
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Lösungen für nachhaltiges Bauen

    Mit einer neuen Generation von Vertua<sup>®</sup>-Zusatzmitteln unterstützt CEMEX den CO₂-reduzierten Städtebau.

  • 2022
  • Zusatzmittel
  • Vertua
  • +2
  • Schwimmender Beton

    Bei der Deutschen Betonkanu-Regatta am Brandenburger Beetzsee bewiesen Studierende, dass sich Beton auch für den Schiffsbau eignet. CEMEX unterstützte zwei Teams.

  • 2022
  • Events
  • Forschung
  • +1
  • Frische Ideen für den Betonbau

    Mit dem Förderpreis Beton zeichnet CEMEX seit 1982 wissenschaftlichen Nachwuchs aus. In der Branche gilt er als „Nobelpreis der Betonbauweise“.

  • 2022
  • Nachhaltigkeit
  • Zukunft
  • +1
  • Innovationen fürs Klima

    Mit der Entwicklung der neuen Vertua<sup>®</sup>-Zemente verringert CEMEX den CO₂-Fußabdruck ganzer Bauprojekte.

  • 2022
  • Zement
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Startschuss für Carbon Neutral Alliance

    Mit einer Zeremonie weihten Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach und Fernando A. González, CEO von CEMEX sowie Partner und Gäste die Carbon Neutral Alliance in Rüdersdorf ein.

  • 2022
  • CO₂-neutral
  • Zement
  • +1
  • In unserem Onlinemagazin bauwerk teilen wir mehrmals im Jahr interessante Themen aus der Welt des Bauens. In Reportagen, Interviews und Artikeln berichten wir über unsere Produkte und Projekte sowie über die drängenden Fragen unserer Zeit wie Klimaschutz und Ressourcenknappheit. Wir geben die Antworten, die Cemex als internationales Unternehmen darauf bereithält.
    Social Media
    © 2026, CEMEX International Holding AG. All rights reserved.