Mit dem Joint Venture ALCE planen Cemex und ALBA die Produktion von Industriekohle aus biogenen Abfällen für den Einsatz in der Zementherstellung. In einer geplanten Anlage auf dem Werksgelände in Rüdersdorf soll Altholz zu Industriekohle verarbeitet werden. Diese soll einen Teil der bislang eingesetzten fossilen Kohle ersetzen.
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Für den Standort Rüdersdorf verfolgt Cemex verschiedene Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Cemex auf unterschiedliche Technologien und Partnerschaften. Ein Hebel sind dabei die Brennstoffe. Für die Klinkerproduktion setzt Cemex neben fossiler Kohle bereits verschiedene Sekundärbrennstoffe ein. Deren Anteil soll künftig weiter erhöht werden. Dazu gehören Tiermehl, vorgetrockneter Klärschlamm oder aufbereiteter Hausmüll. Dafür hat Cemex jetzt einen wichtigen Grundstein gelegt. In Kooperation mit ALBA ist auf dem Rüdersdorfer Werksgelände eine Anlage geplant, in der Altholz zu Industriekohle verarbeitet werden soll. ALCE heißt das Joint Venture. Die Anlage, die sich momentan in der Genehmigungsphase befindet, wird voraussichtlich 2027 mit der Produktion beginnen.
„In der Anlage werden Althölzer der Kategorien A1 und A2 verarbeitet“, erläutert Stefan Tübergen, Efficiency Manager Cement Operations Germany bei Cemex. „Dabei handelt es sich um mechanisch bearbeitete Hölzer wie Paletten. Sie werden zerkleinert, getrocknet und dann karbonisiert.“ Der Prozess ist vergleichbar mit der Transformierung von Biomasse zu Biokohle. Gemahlener Kohlenstaub dient schließlich als Brennmittel.
Das Aufbereiten biogener Abfälle zu Industriekohle soll dazu beitragen, fossile Kohle im Herstellungsprozess teilweise zu ersetzen.
Etwa 60.000 Tonnen Biokohle wird die Anlage voraussichtlich pro Jahr produzieren. Das Inputmaterial kommt von ALBA. Andreas Gorkow, Leiter Projektentwicklung bei ALBA, sagt: „Das Aufbereiten biogener Abfälle zu Industriekohle soll dazu beitragen, fossile Kohle im Herstellungsprozess teilweise zu ersetzen. Die deutsche Bauwirtschaft ist auf Zementhersteller wie Cemex angewiesen. Das Recycling biogener Reststoffe zu Industriekohle kann zur Verringerung des Einsatzes fossiler Kohle beitragen.“
Eine vergleichbare Anlage in dieser Größenordnung gibt es bisher nicht in Deutschland. Sollte sich das Verfahren im geplanten Betrieb bewähren, könnte sein Einsatz auch an anderen Cemex-Standorten und in weiteren Industriezweigen geprüft werden.