Mit der Mehrheitsbeteiligung an der RC-Baustoffe Berlin GmbH & Co. KG erweitert Cemex Deutschland den Zugang zu rezyklierter Gesteinskörnung für die Herstellung von R-Beton. Die Akquisition ist Teil der Strategie von Cemex Deutschland und soll den verstärkten Einsatz aufbereiteter mineralischer Baustoffe ermöglichen.
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Rund um das Berliner Autobahndreieck Funkturm herrschte März Verkehrschaos. Eine Autobahnbrücke war marode und musste abgerissen werden. Tonnenweise Schutt fielen bei den Baumaßnahmen an, darunter Asphalt, Betonteile und Stahlstützen.
Altbeton aus dem Abriss von Häusern und Brücken oder von Straßenbaustellen wird auf dem Recyclinghof in der Bitterfelder Straße in Marzahn weiterverarbeitet. Cemex betreibt ihn seit August vergangenen Jahres gemeinsam mit der RC-Baustoffe Berlin GmbH & Co. KG, einer Tochter der HEIM-Gruppe. Für die Übernahme hat Cemex 51 Prozent der Gesellschaftsanteile erworben, 49 Prozent verbleiben bei HEIM.
Bis zu 400.000 Tonnen mineralische Baustoffe wie Ziegel und Beton verarbeitet die Anlage pro Jahr. Die Altmaterialien werden zerkleinert, aufgebrochen und gesiebt, bevor sie entweder als Füllmaterial im Straßenbau genutz oder als Zuschlagstoffe zu R-Beton verarbeitet werden. Der aufgearbeitete Altbeton ist im Zuge der Transformation der Baustoffbranche ein begehrtes Gut.
Spur der Steine
MenschenSeit 2022 ist Cemex an der Unternehmensgruppe ProStein beteiligt, die mehrere Steinbrüche in Sachsen betreibt. Im Interview erklärt Uwe Engelhardt, wie der Abbau möglichst umweltschonend erfolgt und welche Verwendungsmöglichkeiten er für Nebenprodukte wie Brechsand sieht.
„Bis zu 25 Prozent rezyklierte Gesteinskörnung erlaubt der Gesetzgeber im R-Beton“, sagt Philip Lamlé, Head of Commercial Circular Economy bei Cemex Deutschland. „Wir ersetzen die groben Gesteinskörnungen ab einer Korngröße von zwei Millimetern teilweise durch rezyklierte Gesteinskörnung.“ Die Herstellung der rezyklierten Gesteinskörnung erfolgt innerhalb Berlins und ermöglicht kurze Transportwege zu den regionalen Einsatzorten. Ein weiterer Vorteil: „R-Beton kann nach dem Rückbau erneut aufbereitet und abhängig von den technischen und normativen Voraussetzungen als Ausgangsmaterial für neue Baustoffe eingesetzt werden.“
R-Beton kann nach dem Rückbau erneut aufbereitet und abhängig von den technischen und normativen Voraussetzungen als Ausgangsmaterial für neue Baustoffe eingesetzt werden.
Aus den Recyclinghöfen sollen laut der Kreislaufstrategie von Cemex Deutschland „Kieswerke der Zukunft“ werden. Anfang 2023 wurde der Geschäftsbereich Regenera gegründet. Der Geschäftsbereich Regenera bündelt Lösungen zur Aufbereitung und erneuten Verwendung mineralischer Baustoffe.
Dank einer Technologie des Schweizer Start-ups Neustark wirkt sich die Beteiligung an RC-Baustoffe aber auch positiv auf die Klimaziele von Cemex aus. In der Anlage in Marzahn kann rezyklierte Gesteinskörnung in einem Mineralisierungsprozess mit biogenem CO2 behandelt werden.
International gibt es im Konzern großes Interesse an der Kreislaufstrategie von Cemex Deutschland. Denn in den USA oder Mexiko ist dieser Recyclinggedanke bisher kaum verbreitet. Deutschland und Frankreich gelten als Vorreiter, da ihre Gesetze und Normen den Einsatz des Recyclingmaterials erlauben. „Das Interesse an Recycling Engineering made in Germany ist sehr hoch; irgendwann soll es exportiert werden“, stellt Philip Lamlé in Aussicht. Unter anderem war der zukünftige Bürgermeister von Mexiko City bei ihm zu Gast, der sich über die neue Anlage informierte.
Cemex beabsichtigt, weitere Partnerschaften mit Recyclingunternehmen einzugehen und den Einsatz aufbereiteter mineralischer Baustoffe auszubauen.