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Hightech trifft Geschichte im Rüdersdorfer Tagebau

Seit dem 13. Jahrhundert wird in Rüdersdorf Kalkstein abgebaut. Der Museumspark macht diese Geschichte erfahrbar. Heute kommt beim Abbau ein autonom arbeitender Fahrlader zum Einsatz – für einen noch effizienteren Abtransport des gesprengten Materials.

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  • Thomas Weber ist schon seit Studienzeiten mit dem Rüdersdorfer Tagebau verbunden. Damals befasste sich der angehende Diplomingenieur für Markscheidewesen mit den Sprengerschütterungen in Rüdersdorf. Seit fast 20 Jahren leitet er den Tagebau der CEMEX Zement GmbH und engagiert sich gleichzeitig im Museumspark Rüdersdorf. Denn die Geschichte des Ortes fasziniert ihn.

    Der Kalkstein-Tagebau in Rüdersdorf ist seit 1254 aktiv. Aktuell ist er vier Kilometer lang, einen Kilometer breit und 110 Meter tief, beeindruckende Ausmaße, die selbst den gigantischen Hydraulikbagger von oben wie ein Spielzeug aussehen lassen. Das 320 Tonnen schwere Gerät wurde extra für die Erweiterung des Tagebaus angeschafft und arbeitet besonders geräuscharm – wichtig für die Direktgewinnung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ort und seinen Menschen. Mit Radladern und Muldenkippern wird der abgebaute Kalkstein verladen und zur Brecheranlage transportiert. Von dort aus transportiert eine rund zwei Kilometer lange Bandstraße Steine ins Zementwerk.

    Früher: Mechanische Bohrtechnik und hoher manueller Aufwand prägten die Arbeit im Untertagebau. Foto: © Thomas Weber
    Früher: Mechanische Bohrtechnik und hoher manueller Aufwand prägten die Arbeit im Untertagebau. Foto: © Thomas Weber
    Heute: Moderne Bohrsysteme ermöglichen höhere Präzision, Produktivität und Arbeitssicherheit im Bergbau. Foto: © Thomas Weber
    Heute: Moderne Bohrsysteme ermöglichen höhere Präzision, Produktivität und Arbeitssicherheit im Bergbau. Foto: © Thomas Weber

    Weil das Bergwerk in einer eiszeitlich geprägten Umgebung mit vielen Seen und Flüssen liegt, ist eine funktionierende Entwässerung essenziell für den Kalksteinabbau. Bisher pumpt Cemex das Wasser über den Schacht Heinitz an die Oberfläche und leitet es in den Kriensee ein. Da der Schacht auf künftigem Abbaugebiet liegt, wird aktuell an der sogenannten Ersatzwasserhaltung gearbeitet. Dafür sind statt der gleisgebundenen Technik seit 2024 ein batteriebetriebener Fahrlader sowie ein moderner Bohrwagen im Einsatz.

    Batteriebetriebener Fahrlader im Untertageeinsatz: Die batteriebetriebene Maschine transportiert das gesprengte Material beim Bau der Ersatzwasserhaltung und ist technisch für einen späteren autonomen Betrieb ausgerüstet. Foto: © Thomas Weber

    Da die Strecken für den Fahrlader unter Tage recht lang sind und das Laden und Transportieren des gesprengten Materials mehr als eine Schicht dauert, haben wir gemeinsam mit einem Start-up an einem autonomen Betrieb des Fahrladers gearbeitet.

    Thomas Weber
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    Leiter Tagebau Rüdersdorf
    Blick auf den Kalkstein-Tagebau Rüdersdorf: Seit mehr als 770 Jahren wird hier Kalkstein gewonnen – heute mit moderner Abbau- und Fördertechnik unter Einhaltung geltender Genehmigungs- und Umweltauflagen.. Foto: © Roland Horn
    Blick auf den Kalkstein-Tagebau Rüdersdorf: Seit mehr als 770 Jahren wird hier Kalkstein gewonnen – heute mit moderner Abbau- und Fördertechnik unter Einhaltung geltender Genehmigungs- und Umweltauflagen.. Foto: © Roland Horn
    Thomas Weber leitet seit fast 20 Jahren den Tagebau der CEMEX Zement GmbH in Rüdersdorf und engagiert sich zugleich für die Bewahrung der Industriegeschichte im Museumspark Rüdersdorf. Foto: © Thomas Weber
    Thomas Weber leitet seit fast 20 Jahren den Tagebau der CEMEX Zement GmbH in Rüdersdorf und engagiert sich zugleich für die Bewahrung der Industriegeschichte im Museumspark Rüdersdorf. Foto: © Thomas Weber

    Thomas Weber erwartet eine Arbeitsentlastung beim Abtransport des Materials und sein Team von einem autonomen Fahrlader. „Da die Strecken für den Fahrlader unter Tage recht lang sind und das Laden und Transportieren des gesprengten Materials mehr als eine Schicht dauert, haben wir gemeinsam mit einem Start-up an einem autonomen Betrieb des Fahrladers gearbeitet“, erklärt der Leiter des Tagebaus. Im ersten Schritt lenkten er und sein Team die Maschine über Tage per Fernsteuerung. Jetzt verrichtet der Fahrlader – noch unter Aufsicht – selbstständig seine Arbeit, wenn die Bergleute ihre Schicht unter Tage beendet haben. Eine vollständig autonome Nutzung ist perspektivisch vorgesehen.

    Museumspark Rüdersdorf

    Seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert lebt Rüdersdorf vom Kalksteinabbau. Heute können Sie im Museumspark Geschichte hautnah erleben.

    Der Rahmenbetriebsplan sieht einen Kalksteinabbau im Tagebau Rüdersdorf bis zum Jahr 2062 vor. Und dann? „Nach der Beendigung des Abbaus wird hier ein See entstehen, der weit über Rüdersdorf bekannt sein wird“, erklärt Thomas Weber.

    Für ihn ist der Tagebau nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch spannend. Dem Hobbyfotografen bieten Tagebau, Zementwerk und Museumspark vielfältige Motive zwischen Natur und Industriegeschichte.

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