Beitrag teilen share

Saubere Luft dank smarter Materialien

Für ihre Innovation im Bereich smarte Materialien erhielt Paulina Szołdra von der AGH Universität im polnischen Krakau den Förderpreis Beton Central Europe 2024. Eine neue Art multifunktionaler, umweltfreundlicher Materialien auf Zementbasis mit streng festgelegten physikalisch-chemischen Eigenschaften ist in der Lage, Schadstoffe abzubauen.

Tags

  • Events
  • Forschung
  • Innovation
  • Besonders in Städten ist die Luftqualität aufgrund schädlicher Emissionen oft schlecht. Baustoffe auf Zementbasis mit einem Zusatz von Photokatalysatoren können gasförmige Schadstoffe aus der Luft zersetzen und sie damit reinigen. Die polnische Chemikerin Paulina Szołdra hat sich mit der Frage befasst, wie dieser Prozess noch effektiver ablaufen kann. Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der AGH Universität in Krakau entwickelte sie einen Zementverbundwerkstoff, der Mikrokugeln mit einer Titandioxid-Beschichtung enthält. Das Hauptziel ihrer Arbeit war es, Aluminosilikat-Mikrokugeln so zu verändern, dass sie durch eine TiO2-Beschichtung auf ihrer Oberfläche photokatalytische Eigenschaften erhalten. Sie schlägt vor, diesen modifizierten Füllstoff in zementbasierte Baustoffe einzubringen. Auf diese Weise könnten Zementmaterialien mit photokatalytischen Eigenschaften dazu beitragen, die Luft zu reinigen.

    Der entwickelte Ansatz erhöht die Wirksamkeit von zementbasierten Verbundwerkstoffen.

    Dr.-Ing. Paulina Szołdra
    -
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, AGH Universität in Krakau

    „Bisher setzte die Zementindustrie bei dieser Art zementbasierter Verbundstoffe auf Titandioxidpulver. Ich denke aber, dass der Einsatz beschichteter Mikrokugeln mit einem dünnen Titandioxid-Film aufgrund ihrer guten photokatalytischen Aktivität besser geeignet wäre“, führt die Wissenschaftlerin aus. „Der entwickelte Ansatz erhöht die Wirksamkeit von zementbasierten Verbundwerkstoffen. Ein wesentlicher Vorteil der Verwendung von mit TiO2 beschichteten Mikrokugeln in zementbasierten Materialien ist die Aufrechterhaltung einer guten photokatalytischen Aktivität, unabhängig von den laufenden Reaktionen und Prozessen in der Matrix, die mit Umwelteinflüssen verbunden sind.“

    Prof. Dr.-Ing. Rolf Breitenbücher lobte die Arbeiten der Preisträger. Foto: © Erik-Jan Ouwekerk

    Paulina Szołdra gewann mit ihrem Projekt den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis Beton Central Europe 2024, der im November in Berlin verliehen wurde. Eine internationale Jury aus Hochschullehrerinnen und -lehrern für Baustoffforschung aus Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik kürte die Gewinnerinnen und Gewinner. Den Vorschlag hatte die Jury unter der Leitung ihres langjährigen Vorsitzenden, Prof. Dr.-Ing. Rolf Breitenbücher von der Ruhr-Universität Bochum erarbeitet, der den Vorsitz an Prof. Dr.-Ing. Horst Michael Ludwig von der Bauhaus-Universität Weimar übergab. 

    „Wir sind stolz darauf, die nächste Generation von Wissenschaftlern und Technologen zu unterstützen, die die Entwicklung unseres Fachgebiets vorantreiben“, sagte Rüdiger Kuhn, Vice President Materials Central Europe von Cemex. Der Förderpreis Beton Central Europe wird seit 1984 vergeben und genießt unter Betontechnologinnen und -technologen hohes Ansehen.

    Erstmals vergab die Jury 2024 weitere Auszeichnungen: Der zweite Preis ging an Mari Kobayashi von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg für ihre „Untersuchung der Dauerhaftigkeit zementgebundener Baustoffe unter Tiefseebedingungen“. Den dritten Preis erhielt Fabian Diewald von der Technischen Universität München für seine Forschung zu den „Auswirkungen mikrostruktureller Veränderungen in Beton auf Coda-Wellen“.

    Bilder, die Beton bewerten

    Für seine Promotion entwickelte Tobias Schack digitale Methoden, um die Qualität von Beton zu prüfen. Gerade vor dem Hintergrund neuer Betonrezepturen bekommt diese Technologie eine besondere Bedeutung, berichtet der Cemex-Förderpreis-Beton-Preisträger im Interview.

    2023 Menschen Nachhaltigkeit Zukunft Innovation
    Weiterlesen arrow_forward_ios

    Anfang März hat Paulina Szołdra ihren Job innerhalb der Universität gewechselt. Die 32-Jährige arbeitet jetzt im Space Technology Center der AGH Universität Krakau. Baustoffe beschäftigten sie aber weiterhin: „Wir versuchen, mithilfe von 3-D-Druckern Straßen, Landeplätze und Wohnhäuser für den Mond oder den Mars zu entwickeln“, beschreibt sie ihre neue Aufgabe. „Allerdings müssen wir bei den Rezepturen ohne Wasser auskommen und ersetzen es durch verschiedene Arten von Bindemitteln wie Thermoplasten oder Schwefel.“

    Die Auszeichnung mit dem Förderpreis Beton Central Europe empfindet Paulina Szołdra als große Ehre, besonders weil der Preis für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie steht. „Durch die Verleihung konnte ich mich mit gleichgesinnten Fachleuten, Branchenführern und Experten
    vernetzen und auf diese Weise wertvolle Kontakte knüpfen“, sagt sie. „Menschen aus unterschiedlichen Ländern meine Ideen präsentieren zu können, ist für mich sehr wichtig.“

    Bei der Preisverleihung in Berlin wurden (von links innerhalb der Preisträgergruppe) Mari Kobayashi (2. Platz, TU Bergakademie Freiberg), Paulina Szołdra (1. Platz, AGH University of Science and Technology Krakau) und Fabian Diwald (3. Platz, Technische Universität München) für ihre herausragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Foto: © Erik-Jan Ouwekerk

    Das könnte Sie auch interessieren

    Brennstoff aus Biomasse

    Mit dem Joint Venture ALCE ebnen Cemex und das Recyclingunternehmen ALBA den Weg für die Produktion alternativer Brennstoffe für die Zementproduktion. In einer neuen Anlage auf dem Werksgelände in Rüdersdorf soll voraussichtlich ab 2027 Biomasse zu Kohlenstaub verarbeitet werden. Dieser wird dann als klimaneutraler Brennstoff in der Produktion dienen.

  • 2025
  • Carbon Neutral Alliance
  • Zement
  • +1
  • Bauten aus dem Drucker

    Als Shareholder des dänischen Unternehmens COBOD investiert CEMEX in den 3D-Druck mit Beton – eine Bauweise der Zukunft. Die Methode hält Antworten bereit auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel und den Fachkräftemangel.

  • 2022
  • Nachhaltigkeit
  • 3D-Druck
  • +1
  • Spur der Steine

    Seit 2022 ist Cemex an der Unternehmensgruppe ProStein beteiligt, die mehrere Steinbrüche in Sachsen betreibt. Als Geschäftsführer ist Uwe Engelhardt für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Im Interview erklärt er, wie der Abbau möglichst umweltschonend erfolgt und welche Verwendungsmöglichkeiten er für Nebenprodukte wie Brechsand sieht.

  • 2025
  • Baustoffe
  • Produkte
  • +1
  • Kleben und nichts riechen

    Kiesel Bauchemie leistet mit dem emissionsarmen Okatmos<sup>®</sup>-Verlegeprogramm einen wichtigen Beitrag zum Arbeits- und Umweltschutz. Doch die Kleber und Grundierungen können noch mehr: Sie verhindern einen mikrobiologischen Abbau, indem sie die Ansiedlung von Bakterien und Schimmel unterbinden, und tragen damit zur Lufthygiene bei.

  • 2025
  • Baustoffe
  • Produkte
  • +1
  • Betone mit rezyklierter Gesteinskörnung

    In immer mehr Transportbetonwerken von Cemex gehören Betone mit rezyklierter Gesteinskörnung zum Standard-Angebot. Auf diese Weise wird die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorangetrieben.

  • 2023
  • Kreislaufwirtschaft
  • Produkte
  • +1
  • Leise Ladung

    Mit zwei vollelektrischen Fahrmischern von Putzmeister senkt Cemex seine Emissionen im Transportbetonbereich. Doch die neuen Fahrzeuge sind mehr als sauber: Sie sind auch extrem geräuscharm – ein großer Vorteil für den Einsatz in Wohngebieten.

  • 2023
  • CO₂-neutral
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Neue Wege für klimaresistente Städte

    Der Ausbau des Radnetzes leistet einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende in Deutschland. Wasserdurchlässiger Drainagebeton ist für Radwege der perfekte Belag. Er trägt außerdem dazu bei, dass Städte besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.

  • 2022
  • Produkte
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Lösungen für nachhaltiges Bauen

    Mit einer neuen Generation von Vertua<sup>®</sup>-Zusatzmitteln unterstützt CEMEX den CO₂-reduzierten Städtebau.

  • 2022
  • Zusatzmittel
  • Vertua
  • +2
  • Schwimmender Beton

    Bei der Deutschen Betonkanu-Regatta am Brandenburger Beetzsee bewiesen Studierende, dass sich Beton auch für den Schiffsbau eignet. CEMEX unterstützte zwei Teams.

  • 2022
  • Events
  • Forschung
  • +1
  • Frische Ideen für den Betonbau

    Mit dem Förderpreis Beton zeichnet CEMEX seit 1982 wissenschaftlichen Nachwuchs aus. In der Branche gilt er als „Nobelpreis der Betonbauweise“.

  • 2022
  • Nachhaltigkeit
  • Zukunft
  • +1
  • Innovationen fürs Klima

    Mit der Entwicklung der neuen Vertua<sup>®</sup>-Zemente verringert CEMEX den CO₂-Fußabdruck ganzer Bauprojekte.

  • 2022
  • Zement
  • Nachhaltigkeit
  • +1
  • Startschuss für Carbon Neutral Alliance

    Mit einer Zeremonie weihten Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach und Fernando A. González, CEO von CEMEX sowie Partner und Gäste die Carbon Neutral Alliance in Rüdersdorf ein.

  • 2022
  • CO₂-neutral
  • Zement
  • +1
  • In unserem Onlinemagazin bauwerk teilen wir mehrmals im Jahr interessante Themen aus der Welt des Bauens. In Reportagen, Interviews und Artikeln berichten wir über unsere Produkte und Projekte sowie über die drängenden Fragen unserer Zeit wie Klimaschutz und Ressourcenknappheit. Wir geben die Antworten, die Cemex als internationales Unternehmen darauf bereithält.
    Social Media
    © 2026, CEMEX International Holding AG. All rights reserved.