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„CEMEX ist ein Vorbild in Sachen Dekarbonisierung.“

Im Mai war Brandenburgs Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach (SPD), im CEMEX-Werk in Rüdersdorf zu Gast und machte sich ein Bild von den Maßnahmen zur Reduzierung der CO<sub>2</sub>-Emissionen.

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  • Rüdersdorf
  • Innovation
  • Bei seinem Besuch im CEMEX-Zementwerk in Rüdersdorf informierte sich Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach (SPD), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, über die Dekarbonisierungspläne des Standorts. Mit Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender CEMEX Deutschland AG, Stefan Schmorleiz, Director Cement Operations und Werksleiter, sowie Alexandra Decker, Manager Public Affairs Germany, Central Europe & Carbon Neutral Alliance, tauschte er sich zu weiteren Vorhaben aus.

    Herr Minister Steinbach, welche Eindrücke nehmen Sie von Ihrem Besuch bei CEMEX in Rüdersdorf mit?

    Jörg Steinbach: Für die Zementindustrie ist es prozessbedingt eine große Herausforderung, CO2-Neutralität zu erreichen. CEMEX zeigt mit seiner Planung vorbildlich, wie sich dieser Industriezweig einer solchen Herausforderung stellen kann, ohne an industrieller Leistungskraft einzubüßen. CEMEX hat das Thema Dekarbonisierung und den damit verbundenen Transformationsprozess in beeindruckender Art und Weise in Angriff genommen. Als Wirtschafts- und Energieminister macht es mich stolz, ein solches Best-Practice-Unternehmen in Brandenburg zu haben.

    Welche Bedeutung hat die Zementindustrie für Brandenburg?

    Jörg Steinbach: Zement hat Tradition und Zukunft – insbesondere am Standort Rüdersdorf. Zement ist einer der wichtigsten Baustoffe und unverzichtbar für langlebig stabile Bauwerke und Strukturen. Und mit der CEMEX ist ein Global Player der Zementindustrie in Brandenburg ansässig.

    CEMEX hat das Thema Dekarbonisierung und den damit verbundenen Transformationsprozess in beeindruckender Art und Weise in Angriff genommen. Als Wirtschafts- und Energieminister macht es mich stolz, ein solches Best-Practice-Unternehmen in Brandenburg zu haben.

    Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach
    -
    Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg

    Wie unterstützt die Landesregierung energieintensive Industrien angesichts steigender Energiepreise?

    Jörg Steinbach: Auf meine Initiative wurde im Dezember 2020 ein Gesprächsforum zum Thema „Grüner Stahl in Brandenburg“ etabliert. Aus dieser Aktivität heraus hat sich schnell eine kontinuierliche Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsam die größere Vision eines „Wasserstoffclusters Brandenburg“ entwickelt und weitere Unternehmen eingebunden hat. Gemeinsames Ziel ist eine zukunftsgerechte Dekarbonisierung der großen Industriestandorte in Brandenburg. Dies soll insbesondere durch den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur unter Einbindung von Erzeugern und Abnehmern realisiert werden. Wir treiben unsere Aktivitäten zur Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie also gemeinsam mit den im Land ansässigen Unternehmen aktiv voran.

    Bei seinem Besuch in Rüdersdorf machte sich Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach ein Bild von der Zementherstellung bei CEMEX. Foto: © Matthias Lindner

    Welche Ansätze des Rüdersdorfer Werks zur Dekarbonisierung könnten auch für andere Brandenburger Unternehmen interessant sein?

    Jörg Steinbach: Um die Energiewende zu realisieren, brauchen wir in allen energieintensiven Industriezweigen wie beispielweise Stahl, Chemie, Zement etc. Lösungen. Das Zusammenbringen der unterschiedlichen Industrien im Wasserstoffcluster Brandenburg hat im vergangenen Jahr Erstaunliches zu Tage gebracht. Die Lösungen für die Zukunft liegen vielfach in Projekten, die über die eigene Branche hinausgehen. So muss die Zementindustrie mit der erneuerbaren Branche kooperieren, um in Zukunft Flugtreibstoffe und Vorprodukte für die Chemieindustrie herzustellen. Ich glaube, genau hierin besteht der Vorbildcharakter – industriezweigübergreifende Kooperationen.

    Welche Möglichkeiten für Synergien gibt es in diesem Bereich und wie unterstützt die Landesregierung diese?

    Jörg Steinbach: Unsere Arbeit im Wasserstoffcluster Brandenburg, also die Zusammenarbeit der Industrieunternehmen mit Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsministerium, hat uns auch zu der Überzeugung gebracht, dass eine leistungsfähige Wasserstoffinfrastruktur der Schlüssel zur Dekarbonisierung unserer Industrieunternehmen ist. Denn nur mit ihr kann man die Wasserstoffmengen transportieren, die wir an unseren Industriestandorten benötigen. Die Auswahl des länderübergreifenden Projektverbundes „doing hydrogen“ im europäischen IPCEI-Verfahren (Important Project of Common European Interest) hat dabei Anfang 2021 wichtige Weichen für den Aufbau einer deutschland- und europaweiten Wasserstoffinfrastruktur gestellt. Mit „doing hydrogen“ wird in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt der Grundstein für den Aufbau eines europäischen Wasserstoffnetzes gelegt.

    Hiermit wird es gelingen, die ostbrandenburgischen Industriestandorte und die Wasserstofferzeugung im Land an das europäische Startnetz für Wasserstoff anzubinden. Zudem können wir hiermit perspektivisch auch die Einbindung Osteuropas in eine europäische Wasserstoffinfrastruktur gewährleisten. Und schlussendlich profitieren nicht nur die großen Industrieunternehmen, sondern auch alle KMU und Gewerbestandorte von dem Aufbau eines solchen Wasserstoffnetzes in Brandenburg.

    Das CEMEX-Team erläuterte dem Minister die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens. Foto: © Matthias Lindner

    Welche Industriezweige werden künftig in Brandenburg an Bedeutung gewinnen, welche eher verlieren?

    Jörg Steinbach: Ich möchte nicht gerne über Verlierer reden, sondern darüber, wie wir in der Industrie aus Herausforderungen neue Chancen machen. Jede Branche des produzierenden Gewerbes muss sich Gedanken über Energie- und Ressourceneffizienz machen. Die Anforderungen des Klimaschutzes stellen die Industrie vor viele neue Herausforderungen, bieten aber auch viele Chancen, sich mit klimagerechten Produkten und technologischen Lösungen im Wettbewerb neu auszurichten. Auch die Produktionsprozesse selbst müssen nachhaltig gestaltet werden. Ganz sicher wird es branchenübergreifend viel mehr Digitalisierung und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz geben. In zehn Jahren werden wir in vielen Branchen Kreislaufwirtschaft als etwas völlig Normales antreffen. Letztlich müssen in verschiedenen Branchen der Industrie neue, wiederverwendbare und ressourcenschonende Stoffe und Materialien entwickelt werden.

    Von der Zementindustrie erwarte ich neben der unabdingbaren Reduzierung des CO2-Fußabdrucks zusätzliche Anstrengungen in Bezug auf mehr Langlebigkeit bei Gebäuden und Infrastruktur. Es gibt hierbei noch viel Bedarf an Forschung und Entwicklung, wie unter anderem das Beispiel Carbonbeton zeigt. Klar ist, dass die Industrie bis zum Jahr 2045 klimaneutral produzieren muss. Die zweite Hälfte der 2020er-Jahre wird uns viele Anstrengungen abverlangen, Produktionsanlagen, Produktionsprozesse und auch die Produkte selbst entsprechend klimaneutral zu gestalten. Alle Branchen, die diese Innovationsanforderungen mitmachen, werden die Industrie unseres Landes prägen. Ich hoffe, dass es sehr viele Unternehmen schaffen werden. Wo immer möglich, wird die Politik dabei unterstützen.

    Ausblick in eine CO₂-neutrale Zukunft: Prof. Dr.-Ing. Minister Steinbach (3. v. l.) sieht CEMEX als Vorreiter in Brandenburg.   Foto: © Matthias Lindner
    Ausblick in eine CO₂-neutrale Zukunft: Prof. Dr.-Ing. Minister Steinbach (3. v. l.) sieht CEMEX als Vorreiter in Brandenburg. Foto: © Matthias Lindner
    Stefan Tübergen, Manager Efficiency bei CEMEX (links) begleitet die Besucher im Zementwerk. Foto: © Matthias Lindner
    Stefan Tübergen, Manager Efficiency bei CEMEX (links) begleitet die Besucher im Zementwerk. Foto: © Matthias Lindner
    Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach während seines Besuchs auf dem Wärmetauscherturm im Zementwerk Rüdersdorf. Foto: ©&nbsp;Matthias Lindner

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