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Nachhaltige Impulse

Unter dem Motto „Besser mit Beton“ fand im April 2023 das BetonForum von Cemex statt. Im Mittelpunkt eines Panels mit Expertinnen und Experten stand der Austausch über die Einsparung grauer Emissionen.

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  • Wenn ein Wohnhaus, eine Straße oder ein Bahnhof neu gebaut werden, geht es selten ohne Beton. Zum CO2-Fußabdruck dieser Projekte gehören nicht nur ihre Errichtung und ihr Betrieb, sondern auch die sogenannten grauen Emissionen, die durch Reparaturen und Rückbau sowie die Herstellung von Baustoffen entstehen. Auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Cemex-BetonForums in Regensburg im April 2023 gingen Expertinnen und Experten der Frage nach, wie sich diese Ausstöße reduzieren lassen.

    Wir brauchen in Zukunft einen intelligenteren Umgang mit Baustoffen und die Besinnung auf das, was wirklich nötig ist.

    Professorin Charlotte Thiel
    -
    Baustoff-Expertin der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg

    Die Baustoff-Expertin Professor Charlotte Thiel von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg stellte verschiedene Strategien vor, mit denen sich der Einsatz von Beton bei Bauprojekten reduzieren lässt. „Wir brauchen in Zukunft einen intelligenteren Umgang mit Baustoffen und die Besinnung auf das, was wirklich nötig ist“, sagte sie. Zudem gebe es den Ansatz, Baustoffe effizienter zu designen, also beispielsweise den Klinkergehalt im Beton zu reduzieren. Bauwerke sollten so entworfen werden, dass sie das Material nur dort nutzen, wo es statisch-konstruktiv und bauphysikalisch Sinn ergibt. Ein dritter Ansatz sei die Konsistenzstrategie, also die Einbindung der Ressourcen in langfristig geschlossene Kreisläufe. „Wir haben lange so gebaut, wie wir es kennen“, so Thiel. „Jetzt brauchen wir mehr Mut.“

    Bereit für die Bauwende

    Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielt die Baubranche eine wichtige Rolle. Neubauten aus CO2-reduzierten Baustoffen und energetische Sanierungen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer Reduktion klimaschädlicher Emissionen.

    2022 Produkte CO₂-neutral Nachhaltigkeit Bauen
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    Victoria Sohnrey vom Beratungs- und Zertifizierungsbüro Blue Monkey Engineering plädierte dafür, mehr Bestand zu erhalten. „Es wird zu schnell an Abriss gedacht, obwohl es tolle Beispiele für Umnutzungen gibt“, sagte sie. „Von der Politik würde ich mir wünschen, dass so etwas stärker gefordert wird.“ Victoria Sohnrey verwies unter anderem auf das Potenzial von Dachausbauten, um neuen Wohnraum zu schaffen. Sie unterstrich, dass die Bauwirtschaft besser zusammenarbeiten und frühzeitig Alternativen zu Abriss und Neubau in Betracht ziehen müsse. Die Arbeit auf der Baustelle könne zudem durch Vorfertigung und serielles Bauen effizienter werden.

    Die Architektin Victoria Sohnrey ist auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen spezialisiert. Foto: © Sobolewski

    Es wird zu schnell an Abriss gedacht, obwohl es tolle Beispiele für Umnutzungen gibt.

    Victoria Sohnrey
    -
    Beratungs- und Zertifizierungsbüro Blue Monkey Engineering

    Auch Jürgen Mistol, Mitglied des Bayerischen Landtags und wohnungspolitischer Sprecher der Grünen, möchte den Austausch unter den Beteiligten der Baubranche anregen und sprach sich unter anderem für eine verstärkte Kreislaufwirtschaft aus. Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender der Cemex Deutschland AG, unterstrich, dass Cemex schon in der Planungsphase von Bauprojekten den Dialog mit Architekten suche, um der Frage nachzugehen, welche Baustoffe anders und effizient zum Einsatz kommen könnten.

    Jürgen Mistol hielt als Vertreter der Politik einen Vortrag. Foto: © Sobolewski
    Jürgen Mistol hielt als Vertreter der Politik einen Vortrag. Foto: © Sobolewski
    Zu nachhaltigen Baustoffen forscht Professorin Charlotte Thiel. Foto: © Sobolewski
    Zu nachhaltigen Baustoffen forscht Professorin Charlotte Thiel. Foto: © Sobolewski

     Professorin Charlotte Thiel sprach sich dafür aus, materialeffizienter, also dünner zu bauen, zum Beispiel mit einer oberen Bewehrungslage aus Edelstahl. „Dadurch können wir uns bereits in der Planungsphase sehr viel Dauerhaftigkeit einkaufen“, sagte sie. Der Handel mit CO2-Zertifikaten könne dazu führen, dass sich die Zementproduktion ins Ausland verlagere. Der Baustoff müsse dann wieder nach Deutschland transportiert werden. „Auch die Einführung von Recyclingquoten sehe ich kritisch, wenn das Material nicht zur Verfügung steht und die Hürden weiterhin hoch sind ihn einzusetzen“, so die Professorin. Probleme sehe sie hier in der mangelnden Verfügbarkeit und der geringen Nachfrage.

    Um graue Emissionen zu verringern, schaltet sich Victoria Sohnrey möglichst früh in den Planungsprozess ein und tritt mit Herstellern in Kontakt. Bürobauten können beispielsweise mit einigen zusätzlichen Stützen mit einem effizienteren Materialeinsatz gebaut werden. Auch Gebäude trennbar zu denken, gehört für die Architektin zu einer nachhaltigen Bauweise. Innovative Betone spielen ihrer Erfahrung nach besonders dann eine wichtige Rolle, wenn sich Investoren interne Klimaziele gesetzt haben, die es auch bei Bauprojekten einzuhalten gilt.

    Laut Jürgen Mistol sei es an der öffentlichen Hand als größtem Bauherrn in Deutschland, hier neue Standards zu setzen. Rüdiger Kuhn möchte die Diskussion perspektivisch breiter führen und über Kommunikation mit allen Beteiligten die Angst nehmen. „Bauen ist kein Problem, sondern Notwendigkeit und Chance“, so der Vorstandsvorsitzende der Cemex Deutschland AG.

    Vorstandsmitglied Alexandra Decker moderierte die Paneldiskussion. Foto: ©  Nicola Reichert
    Vorstandsmitglied Alexandra Decker moderierte die Paneldiskussion. Foto: © Nicola Reichert
    Rüdiger Kuhn hieß die Gäste des BetonForums 2023 willkommen. Foto: © Nicola Reichert
    Rüdiger Kuhn hieß die Gäste des BetonForums 2023 willkommen. Foto: © Nicola Reichert
    Rund 120 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Kundenveranstaltung im Regensburger Marinaforum teil. Foto: © Nicola Reichert

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