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Spur der Steine

Seit 2022 ist Cemex an der Unternehmensgruppe ProStein beteiligt, die mehrere Steinbrüche in Sachsen betreibt. Als Geschäftsführer ist Uwe Engelhardt für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Im Interview erklärt er, wie der Abbau möglichst umweltschonend erfolgt und welche Verwendungsmöglichkeiten er für Nebenprodukte wie Brechsand sieht.

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  • Nachhaltigkeit
  • Herr Engelhardt, was sind gerade die wichtigsten Projekte bei ProStein?

    Uwe Engelhardt: Ganz oben auf der Agenda steht für uns die Erweiterung der Steinbrüche. Wir halten engen Kontakt zu den Gemeinden und zu den Anliegern, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Unsere Arbeit ist nun einmal mit Dreck, Erschütterungen und Lärm verbunden. Gleichzeitig arbeiten wir an technischen Lösungen, um die Belastung möglichst gering zu halten. Wie kriegen wir etwa die Anlagen so ausgestattet, dass der Staub in der Anlage bleibt? Abraumhalden müssen abgedeckt werden, damit dort nicht bei jedem Windstoß das Material mitgenommen wird. Wir fragen uns aber auch: Was können wir als Unternehmen den Gemeinden zurückgeben? Was können wir aus den abgebauten Flächen oder verfüllten Flächen machen?

    Wir fragen uns aber auch: Was können wir als Unternehmen den Gemeinden zurückgeben?

    Uwe Engelhardt
    -
    Geschäftsführer ProStein

    Welche Ansätze gibt es da?

    Uwe Engelhardt: In einem Steinbruch haben wir jetzt einen Tag der offenen Tür. Oberhalb des Tagebaus gibt es Wanderwege. Dort soll ein Wanderrastplatz entstehen. Mit dem Bau eines Unterstands wollen wir eine Werkstatt der Lebenshilfe in Bischofswerda beauftragen, die Menschen mit Behinderung beschäftigt. So bleibt die Wertschöpfung in der Region. Wir haben außerdem Nist- und Fledermauskästen aufgehängt, in denen sich bereits Tiere angesiedelt haben. Auch Bienenstöcke gibt es bereits in den Steinbrüchen. Einige Steinbrüche werden in Gewässer umgewandelt, die als saubere Badeseen sehr beliebt sind.

    Welche Gesteine baut ProStein in Sachsen ab?

    Uwe Engelhardt: Das sind vor allem Massenbaustoffe für die Asphalt- und Betonindustrie, aber auch Basalt und Granitvarianten. Teilweise bauen wir Stoffe für Wasserbauprojekte, für Uferbefestigungen und für Garbonien ab, also mit Steinen befüllte Drahtkörbe, zum Beispiel für Grundstückseinfriedungen. Eine Besonderheit hier in der Region ist der gelbe Stein aus dem Steinbruch Melaune, mit dem beispielsweise die Wege im Zoo Berlin nach historischem Vorbild aufgeschüttet wurden, der aber auch in den Schlossanlagen von Sanssouci zum Einsatz kommt.

    Uwe Engelhardt, Geschäftsführer ProStein. Foto: Uwe Engelhardt
    Uwe Engelhardt, Geschäftsführer ProStein. Foto: Uwe Engelhardt
    Die ProStein Gruppe zeigt sich offen für die Anliegen von Anwohnerinnen und Anwohnern. Foto: Cemex
    Die ProStein Gruppe zeigt sich offen für die Anliegen von Anwohnerinnen und Anwohnern. Foto: Cemex

    Wie läuft der Abbauprozess ab?

    Uwe Engelhardt: Im Vorfeld werden Messungen vorgenommen und geschaut, wo nach Bergrecht abgebaut werden darf im Einklang mit der angestrebten Endkontur des Steinbruchs. Das heißt, ich muss verschiedene Sohlen und Bermen berücksichtigen, das sind diese Wandstücke, die stehen bleiben müssen. Ein externes Unternehmen nimmt für uns die Bohrungen und Sprengungen vor. Dadurch entsteht ein Haufwerk von bis zu 100.000 Tonnen Gestein, das mit einem Bagger auf Dumper oder Muldenkipper verladen wird. Das Material geht dann in die eigentlichen Produktionsanlagen, in denen es zerkleinert wird. Diese Weiterverarbeitung findet in der Regel in einer Anlage direkt am Steinbruch statt, sodass man die Wege möglichst kurz hält. Dieser Prozess dauert rund 14 Tage.

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    In welchem Umkreis wird das Gestein dann ausgeliefert?

    Uwe Engelhardt: Uwe Engelhardt: Zwischen 45 und 60 Kilometer beträgt der Radius, in dem per Lkw gefahren wird. Einer unserer Steinbrüche ist an Bahngleise angebunden. Von dort aus transportieren Züge das Gestein auch weit über 100 Kilometer.

    Welche Anstrengungen unternimmt ProStein, um möglichst nachhaltig zu produzieren?

    Uwe Engelhardt: Um so energieeffizient wie möglich zu arbeiten, vermeiden wir lange Wege. Wo es möglich ist, setzen wir Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb ein. Auf unserem Bürogebäude haben wir eine große Photovoltaik-Anlage, mit der wir eigenen Strom erzeugen. Zudem suchen wir im Sinne der Kreislaufwirtschaft neue Einsatzmöglichkeiten für Brechsand.

    Welche Arten der Weiterverwertung dieses Nebenprodukts des Brechprozesses sind denkbar?

    Uwe Engelhardt: Man könnte zum Beispiel untersuchen lassen, ob er als Düngemittel für die Landwirtschaft geeignet ist, weil er mineralreich ist. Eine weitere Idee wäre, ihn zu pressen oder mit Natursand zu mischen und zu vermarkten. Darüber hinaus ließe sich möglicherweise eine Betonrezeptur entwickeln und daraus große Betonbausteine herstellen. All diese Möglichkeiten prüfen wir gerade.

    Das gelbe Gestein aus dem Steinbruch Melaune wird bei der sogenannten Schlesischen Wegedecke eingesetzt, unter anderem im Park Sanssouci. Foto: © AdobeStock/DZiegler
    Das gelbe Gestein aus dem Steinbruch Melaune wird bei der sogenannten Schlesischen Wegedecke eingesetzt, unter anderem im Park Sanssouci. Foto: © AdobeStock/DZiegler
    Die Gesteine aus Sachsen kommen unter anderem als Gleisschotter zum Einsatz. Foto: © AdobeStock/artsterdam
    Die Gesteine aus Sachsen kommen unter anderem als Gleisschotter zum Einsatz. Foto: © AdobeStock/artsterdam

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